Drucktechnik im geschichtlichen Überblick

Foto; Fotolia.de | Urheber: parallel_dream

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Bekanntermaßen wurde Johannes Gutenberg für seine Buchdrucktechnik im 15. Jahrhundert berühmt und ist es bis heute – aber bereits viel früher gab es zahlreiche Methoden, Schrift oder Bilder zu verewigen. Wie sich die Geschichte des Drucks entwickelt hat, möchten wir mit diesem Beitrag aufzeigen. Erste Nachweise für Druckverfahren stammen aus dem 4. Jahrtausend vor Christus aus Mesopotamien und Ägypten, es handelt sich um einen Blindprägedruck mit Roll- und Stempelsiegeln, um Krüge, Urkunden, Gräber und mehr zu versiegeln. 770 n. Chr. wurde der Holztafeldruck während der chinesischen Sui-Dynastie entwickelt, er diente zum Druck von Blockbüchern. Der Nachweis für den ersten Druck mit beweglichen Lettern stammt aus dem Jahr 1040, diese Buchdruckmethode wurde ebenfalls von einem Chinesen, Bi Sheng, erfunden. Er nutzte gebrannten Ton, um seinen Druck zu verwirklichen. Weitere Drucktechniken mit beweglichen Lettern aus Holz, Kupfer, Blei oder Messing wurden 1234 in Korea entwickelt. Nur 40 Jahre vor der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg wurde der Holzschnitt erfunden. Ab dem 15. Jahrhundert entwickelte sich die Drucktechnik stetig – aus dem Jahr 1446 stammt der erste nachweisbar datierte Kupferstich, die erste deutsche Buchdruckerordnung in Frankfurt am Main wurde 1573 herausgegeben. 1780 erfand James Watt die Kopierpresse, 1797 wurden Steindruck und Lithographie durch Alois Senefelder entwickelt. Nicholas-Louis Robert erfand 1798 eine Papiermaschine, wodurch die Herstellung von Papier möglich gemacht wurde. Hohe Auflagen von Büchern und Zeitschriften konnten ab 1812 dank der Erfindung der Zylinderdruckmaschine erreicht werden, die Schnellpresse von Friedrich Koenig erlaubte ganz neue Dimensionen. 1837 wurde von Godefroy Engelmann die Chromolithografie, also der Farbdruck, erfunden, was weitere Möglichkeiten für Kunstdruck und Illustrationen schuf. Nur ein Jahr später wurde die Fotografie von Louis Daguerre erfunden, wodurch auch das Entwickeln von Portraits und Postkarten möglich gemacht wurde. Hohe Auflagen innerhalb kurzer Zeit konnte man ab 1843 dank Richard March Hoes Rotationsdruck erreichen, Massenauflagen waren ab 1863 mit William Bullocks Rollen-Rotationsdruckmaschine möglich. Eine Erleichterung der Büroarbeit schaffte im Jahr 1867 die Schreibmaschine von Christopher Latham Sholes. Schließlich wurde im Jahr 1907 der Offsetdruck erfunden, der noch heute häufig verwendet wird. Seine Erfinder waren Ira W. Rubel und Caspar Hermann. Mit der Serigrafie bzw. dem Siebdruck im Jahr 1930 wurde es möglich, auf verschiedenste Materialien zu drucken, die Möglichkeit der Fotokopie durch Elektrofotografie gibt es seit 1938. Spätestens seit Ende der 60er Jahre, als die Digitalkamera erfunden wurde, geht die Entwicklung hin zu digitalen Lösungen wie Desktop-Publishing, Digitaldruck, Book-on-Demand und vielem mehr.

 

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